CHECK OUR ONLINE COURSE OF THE MONTH, 50% DISCOUNT

Blog

Zurück zu den Wurzeln

Zurück zu den Wurzeln

Praktiker kennen die Situation, dass Jungkühe, die zum ersten Mal den Melkstand betreten, sehr unsicher und zugleich unruhig sind. Für die Tiere ist fast alles neu: Die Umgebung im Melkstand, eine unbekannte Geräuschkulisse, fremde Gerüche, die Anwesenheit des Melkers, das Berühren des Euters und schließlich das Ansetzen des Melkzeugs. All diese neuen Erfahrungen und Eindrücke summieren sich zu einem gewaltigen Stress für die Jungkühe auf. Das hat ein Ausschlagen mit den Beinen zur Folge und damit wird eine Berührung des Euters und ein Ansetzen des Melkzeuges in vielen Fällen nahezu unmöglich. Für den Landwirt wird das Melken auf diesem Wege sehr gefährlich. Unschöne Trittverletzungen sind die unausweichliche Folge. Die Tiere können sich aber auch selber an der Melkstandeinrichtung verletzen und schließlich noch das Melkzeug demolieren. Eines ist klar: In einer derartigen Situation werden die Jungkühe die Milch aufziehen, d.h. die Milchabgabe ist blockiert. Eine nicht vorhandene bzw. unvollständige Oxytocinfreisetzung ist die Ursache hierfür.
Gerne greift der Melker dann zum Schlagbügel und zur Oxytocinspritze. Doch wenn es der Melkstand von der Anordnung der Tiere zulässt und das Hinterteil der Kühe für den Melker frei erreichbar ist, gibt es eine deutlich elegantere Lösung, die schon unsere Vorfahren und sogar schon die alten Ägypter kannten und erfolgreich praktizierten: Die vaginale Stimulation. Hier wird mittels eines Schlauches vom Melker Luft in die Scheide eingeblasen, was zu Gebärmutterkontraktionen führt. Diese bewirken eine Freisetzung des Milchabgabe- und Wehenhormons Oxytocin und schlagartig fließt die Milch in Sturzfluten. Oft reicht auch schon ein leichtes Massieren der Scheide aus, um selbigen Effekt zu erzielen. Der benutzte Schlauch sollte natürlich flexibel und bestmöglich sauber sein. Sobald die Kuh beim Einführen des Schlauches einen regelrechten „Katzenbuckel“ macht, reicht es aus, wenn der Landwirt mehrere Male kräftig Luft in die Scheide einbläst. Durch die damit hervorgerufenen und auch äußerlich gut sichtbaren Gebärmutterkontraktionen konzentriert sich das Tier derart auf die Gebärmutter, dass es darüber hinaus ganz darauf vergisst, das Melkzeug abzuschlagen. Die vorher denkbar unruhige Kuh steht plötzlich wie erstarrt im Melkstand. Je nachdem wie lange die Luft braucht, um die Scheide wieder zu verlassen, hält der Reflex in der Regel ca. 5 bis 8 Minuten an. In dieser Zeit ist die Kuh gemolken und ein erstklassiger Ausmelkgrad erzielt. Dieser Ausmelkgrad garantiert eine gute Eutergesundheit, die Ziel aller Bemühungen ist, wie der Koordinator für Rinderhaltung bei den Bayerischen Staatsgütern Wolfgang Müller aus dem Staatsgut Grub betont.

Einblasen von Luft in die Scheide.jpgDer Schlauch steckt in der Scheide.jpgKatzenbuckel.jpg

Comments (0)

No comments yet

New comment

Your email address will not be published.
CowSignals®

Subscribe to our newsletter

Dutch Cookies

This website uses Cookies

Welcome to our website, where we hope to inspire and educate you. If you visit our website, you allow us to use cookies. We will use cookies for functional, analytical and marketing purposes. This will help us optimize your user experience.