Schmerz lass nach

Schmerz lass nach

Grundsätzlich ist das Schmerzempfinden bei allen höheren Wirbeltieren sehr ähnlich. Der große Unterschied von Rindern zu vielen anderen Tierarten und zum Menschen liegt in einer anderen Verhaltensreaktion auf den Schmerz. Das bedeutet, dass Rinder ihren Schmerz tarnen. Sie arrangieren sich intern mit dem Schmerz, um nach außen hin unauffällig zu bleiben. Der Feind darf nichts von Schmerz und Schwäche bemerken. Eine entscheidende Überlebensstrategie in der Natur! Aus dieser Tatsache und Beobachtung heraus, resultiert die Meinung vieler, dass Rinder unempfindlich für Schmerzen seien. Ein gewaltiger Irrtum!

Anzeichen für Schmerzen bei Rindern

• Verändertes Ausscheidungsverhalten beim Koten und Harnen und natürlich bei der Futteraufnahme und beim Saufen
• Verändertes Sozialverhalten: Absonderung vom Herdenverband, Verlust des Rangordnungsplatzes, aggressives Verhalten in der Herde
• Veränderungen im Haltungs- und Gangbild: z.B. bei Schmerzen im Bewegungsapparat: Kopf und Hals nach unten abgesenkt, Rückenlinie gekrümmt (Katzenbuckel), gekreuzte Vorderbeine, die Hinterbeine werden unter den Bauch geschoben, die betroffenen Gliedmaßen werden geschont, die Kuh schlägt auf der Seite auf der sie Schmerzen hat, längere Steh- und Liegezeiten, Mobilität ist eingeschränkt
• Schlagen mit dem Schwanz ohne Fliegenplage bei inneren Schmerzen, fortlaufendes Anziehen und Wiederausstrecken von Gliedmaßen, Kälber schlagen sich selber an den Bauch, Scharren, Hochschleudern von Einstreu
• Zurückschrecken oder Winden beim Anfassen oder Abtasten
• Starke Schmerzen: Zähneknirschen (innere Schmerzen) und Stöhnen, leerer Blick, „Schmerzgesicht“ mit leicht gerunzelten und in Falten gelegten Augenlidern, Ohren zurückgestellt, weite Nasenöffnungen, sehr selten: Schmerzbrüllen

Schmerzen führen in allen Fällen zu Stress und einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens. „Hohe Leistung ist ein Zeichen für die Abwesenheit von Stress“. Ein Rückgang der täglichen Milchleistung, der täglichen Zunahmen und Fruchtbarkeitsprobleme sind häufig durch Schmerzen bedingt.
Die Kuh im Video entlastet beim Melken das linke Hinterbein. Sie schiebt das Bein unter den Bauch und versucht mit diesem das Melkzeug abzuschlagen. Anschließend steht sie nur auf den Klauenspitzen. Alles eindeutige Hinweise auf Schmerzen im linken Hinterbein.

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